Wie kann man sich sicher sein, dass etwas eine Phase ist und von allein zu Ende vorübergeht? Und woher weiß man, dass es dann besser wird? Vielleicht bin ich pessimistisch, vielleicht ängstlich oder tatsächlich realistisch. Mich stört es, wenn Menschen in Anbetracht der aktuellen politischen Entwicklungen sagen, wir müssten es einfach abwarten, aussitzen. Das ginge vorbei.
Zur zeitlichen Einordnung: wir haben nach friedlichen Jahrzehnten in Europa einen Krieg in der Ukraine, der seit Jahren nicht zu lösen scheint; wir haben einen Präsidenten in den USA, der Ansprüche auf Länder und Landesausweisungen erhebt, was auf mich wie eine Mischung aus kindlichem “Ich will alles” und Gier nach Macht(ausübung) wirkt; wir haben einen Rechtsruck in Deutschland, auf den es keine Antwort zu gibt.
Machen wir es uns mit dieser passiven Haltung zu einfach? Wie können wir uns sicher sein, dass es tatsächlich einfach vorbeigeht, während wir uns um unseren Alltag kümmern? Werden wir es später bereuen, es so gelassen gesehen zu haben? Hat man nicht damals genauso gedacht, vor dem 3. Reich? Werfen wir das “nichts tun” nicht auch den jeweiligen Generationen vor? Was ist jetzt anders?
Ich bin zunehmend der Meinung, dass aktuell eher Weichen gestellt werden und, dass wir aufstehen, uns empören, gemeinsam laut sein sollten. Aber wie? Für mich fühlt es sich wie ein Zug in Fahrt an, den man nicht mehr aufhalten. Und dann wiederum möchte ich genau das nicht wahrhaben und was tun. Manchmal auch einfach rausbrüllen: “Man muss doch verdammt nochmal was tun? Irgendwas tun können? Wir können doch nicht nichts tun!”





